Das Bauprogramm für Bunker basierte auf technischen Regeln, die in der " Anweisung für den Bau bombensicherer Luftschutzräume" genau festgehalten waren. Diese Vorgabe ermöglichte aber dem Architekten vor Ort eine sehr große Vielfalt in der Bauausführung, um sich an den lokalen Gegebenheiten anzupassen.

Eines der charakteristischen Merkmale dieses Bunkers ist das aufgesetzte Dach, was ausschließlich eine Funktion zur Tarnung als landwirtschaftliches Anwesen hatte. Eine technische Funktion irgendeiner Art war damit nicht verbunden.

Im Folgenden sollen einige wichtige Komponenten entsprechend der genannten Anweisung vorgestellt werden, und deren Anwendung im Bau belegt werden.

Eingaenge

Eingänge

 7. Jede bombensichere Luftschutzraum-Anlage muß mindestens zwei Zugänge aufweisen.
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Gasschleusen

8.
(1) Jeder Zugang ist mit einer Gasschleuse zu versehen.
(2) Die Bodenfläche der Gasschleuse soll im allgemeinen nicht weniger als 5 m2 betragen, wobei die Breite der Gasschleuse mindestens gleich der Durchgangsbreite der Türen sein muß.
9. 
(1) Die Zugänge zu den Gasschleusen sind durch geknickte Linienführung, durch bombensichere Vorbauten oder andere Maßnahmen so zu sichern, daß die Außentüren der Gasschleusen von Bombensplittern nicht unmittelbar getroffen werden können. Stahlblenden sind als Splitterschutz in keinem Falle zulässig.
(2) Innenwände und Zwischendecken der Räume vor der äußeren Gasschleusentür sind in Beton mit Schutzbewehrung 0,60 m, in Beton ohne Schutzbewehrung 1,00 m dick auszuführen, soweit sie von Bombensplittern getroffen werden können.

Gasschleuse

Gasschleuse Bunker Brunnenweg

Decke unter Gasschleuse

Decke unter Gasschleuse

Schutzdecke

14.
(1) Bombensichere Decken aus Beton mit Schutzbewehrung müssen eine Mindestdicke von 1,40 m aufweisen.
16. Bombensichere Decken nach Ziff. 14 und 15 müssen entweder unmittelbar an der Unterseite mit einer einbetonierten Schutzvorrichtung gegen das Abspringen von Betonteilen oder mit einer Schutzdecke versehen sein.... Schutzdecken, die im lichten Abstand von mindestens 10 cm unterhalb der bombensicheren Decke angeordnet sind und eine Tragfähigkeit von mindestens 200 kg/m2 besitzen, können aus beliebigen Baustoffen hergestellt werden. Der Raum zwischen Schutzdecke und bombensicherer Decke darf im Endzustand keine Füllstoffe enthalten.

Unterdecke

Unterdecke

Wände

  18. Bombensichere Wände über Erdgleiche aus Beton ohne Schutzbewehrung müssen mindestens 2,00 m dick sein.
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Belüftung und Heizung

25. Bombensichere Luftschutzräume sind mit künstlicher Belüftung für kampfstoff-gefilterte Luft zu versehen. Die Geräte müssen elektrisch betrieben und außerdem für Handbetrieb eingerichtet sein.
26. Bombensichere Luftschutzräume sind mit einer elektrischen Beleuchtungsanlage auszurüsten, die an das örtliche Stromnetz anzuschließen ist. Als Notbeleuchtung sind Batterielampen und Kerzen bereitzuhalten.
27. Bombensichere Luftschutzräume müssen heizbar sein.

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Hygiene

28. Die Wasserversorgung geschieht durch Anschluß an die öffentliche Wasserversorgung oder durch Vorratsbehälter.
29. Für Waschgelegenheit ist — gegebenenfalls behelfsmäßig — Vorsorge zu treffen.
30. Für etwa je 30 Liegeplätze ist ein Abortsitz vorzusehen. Wo möglich, sind die Aborte als Wasserspülklosetts an die städtische Entwässerung anzuschließen.
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